Juliamia Studien und der WorldMapCreator


WorldMapCreator

Julia Mia Stirnemann ist Doktorandin an der Hochschule der Künste in Bern und beschäftigt sich seit Jahren mit geographischen Themen. Ähnlich wie das Magazin Katapult, nutzt sie zur Beschreibung ihrer Arbeit das Kunstwort Kartografik. Auf Ihrer Seite finden wir daher neben verschiedenen grafischen Projekten (Poster, Logos, Bücher) auch klassische Karten sowie moderne Internetkartographie.

Über den WorldMapCreator bin ich auf sie aufmerksam geworden. Das ist eine schön umgesetzte Anwendung, die verschiedene Projektionen und damit einhergehend die Verformung der Landmassen visualisiert. Eingängig kann die Karte per Ziehen mit der Maus oder über Schieberegler und Eingabefelder bearbeitet werden. Dabei fließen die Formen sanft ineinander über und es können z.B. Flüsse oder Orte hinzugefügt und angepasst werden. Der Generator ist laut Projektbeschreibung seit Anfang 2015 in Bearbeitung und wird noch bis Ende 2017 weiterentwickelt.

WorldMapGenerator / Journalist

2012/2013 war Frau Stirnemann bereits mit einem ähnlichen Projekt beschäftigt, dem kreativ benannten WorldMapGenerator. Dieser bietet marginal weniger Anpassungsmöglichkeiten, zeigt sich jedoch in mehreren Varianten. Neben dem „einfachen“ Kartengenerator, also wieder der Auswahl von Projektion, Perspektive und Inhalt, gibt es auch die Möglichkeit Wegstrecken einzubauen und zu beobachten wie vermeintlich gerade Luftlinien bei unterschiedlichen Projektionen gebogen erscheinen. Spannend finde ich das das Projekt Journalist. Hier wird aus aktuellen Nachrichten der betroffene Ort gefiltert und automatisch als Karte dem Text an die Seite gestellt. Nett: es können auch eigene Texte mit fokussierter Karte ins Layout gesetzt und als PDF exportiert werden.

Achja, dieses Exportieren… Bei beiden Projekten wird der/die geneigte User an dieser Stelle daran erinnert, dass es sich hier um ein Projekt einer Kunst-Hochschule handelt. Und das meine ich jetzt gar nicht abwertend. Doch auch die Texte stellen klar heraus, dass es nicht primär um nützliche Anwendungen geht, sondern alles mehr als Äußerung über globales Denken und den Blick auf die Welt zu verstehen ist. Es geht um Betrachtungen und nicht um ein produktives Tool. Die Karten, die hier entstehen, gibt es meist nur ans teilweise recht klein geratene Pixelgrafiken und nicht als Vektor-PDF beliebiger Größe. Ich kann auch keinen Bearbeitungsstand als URL mit Parametern abspeichern und jemandem schicken. Aber gut, trotzdem schön…

Lesenswert: auf allen Seiten finden sich sehr ansprechend gestaltete PDFs mit Beschreibungen der Projekte und den dahinter liegenden Überlegungen.


Über Martin Vigerske

Hat 2005 sein Diplom und 2008 seinen Master in Kartographie und Geoinformation an der Beuth Hochschule für Technik Berlin (bzw TFH) beendet und arbeitet dort seit 2006 als Technischer Mitarbeiter im Labor für Geomedien.