Archiv für den Tag: 17. März 2014


Das Meter und die Französische Revolution

Was fällt einem zuerst ein, wenn man an Paris denkt? Klar, der Eiffelturm und der Louvre. Ja, meinetwegen auch l‘amour. Aber woran denkt der Kartograph? Richtig! In Paris wurde das Meter erfunden, zusammen mit dem metrischen System für alle Maßeinheiten. Von diesen ist für den Kartographen das Meter das interessanteste. Seine Festlegung ist eine abenteuerliche, ja geradezu bizarre Geschichte.                           

Abbildung 1: Eine Kopie des Urmeters in Paris.

Im Europa des 18. Jahrhunderts herrschte eine schier unübersehbare Vielfalt an Maßen und Gewichten. Allein in Frankreich gab es geschätzte 25000 unterschiedliche Maß- und Gewichtseinheiten. Jeder Bezirk, ja fast jede Stadt hatte ihr eigenes Maßsystem. Die örtlichen Beamten waren verpflichtet, die jeweiligen lokalen Referenzmaße vorzuhalten. Soweit möglich waren sie an der örtlichen Rathauswand befestigt. Hohlmaße waren meist in dem Kloster untergebracht, dem der regionale Weinberg gehörte. Auch das neu festgelegte Meter wurde zuerst an Wänden angebracht. In Paris, in der Rue de Vaugirard, hat sich noch ein Exemplar erhalten (siehe Abbildung 1). Diese Vielfalt an Maßen und Gewichten erschwerte natürlich Handel und Verwaltung. Wissenschaftliche Ergebnisse waren schwer vergleichbar.>>   weiterlesen